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09.09.2010 | Konzert, Landesbibliothekszentrum, Pfälzische Landesbibliothek

Stimmen der Welt - daheim in der Pfalz: Eröffnung mit Konzert am 14.09.2010

Fritz Wunderlich (Foto: Siegfried Lauterwasser)

Im 20. Jahrhundert beherbergte die Pfalz zwei der schönsten Stimmen des deutschen Sprachraums: Erika Köth und Fritz Wunderlich. Mit einem Konzert am Dienstag, dem 14. September um 19.30 Uhr eröffnet das Landesbibliothekszentrum in Speyer eine Ausstellung, die an sie erinnern soll.

Fritz Wunderlich verbrachte seine Jugend in der Westpfalz, Erika Köth ihren Lebensabend am Haardtrand. Beide standen in zahlreichen Opernaufführungen gemeinsam auf der Bühne, und beide könnten im September 2010 einen ‚runden’ Geburtstag feiern. Das Landesbibliothekszentrum in Speyer sammelt Tonträger, Literatur und Dokumente von beiden Sängern und möchte mit dieser Ausstellung an sie erinnern.

Erika Köth wurde am 15.09.1925 in Darmstadt geboren. Ihre Bühnenlaufbahn als Koloratursopran begann am Pfalztheater in Kaiserslautern. Von dort führte eine steile Karriere sie über Karlsruhe nach München, Wien, Salzburg und Berlin sowie – vor allem als umjubelte Mozart-Sängerin – mit Gastspielen in die ganze Welt. Nach ihrem Abschied von der Bühne im Jahr 1978 zog sie mit ihrem Mann, dem aus Speyer stammenden Schauspieler und Regisseur Ernst Dorn, nach Königsbach bei Neustadt. Als Professorin an der Mannheimer Musikhochschule gab sie ihre Erfahrungen an den sängerischen Nachwuchs weiter und trat als Botschafterin der klassischen Musik in verschiedenen Fernsehsendungen auf. Nach schwerer Krankheit verstarb sie am 20.02.1989 in Speyer und wurde in ihrem Geburtsort Darmstadt beigesetzt. Das Landesbibliothekszentrum Speyer betreut ihren künstlerischen Nachlass.

Als Weggefährten ihrer Pfälzer Jahre werden der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Prof. Dr. Bernhard Vogel, sowie der Staatsminister a. D., Dr. Georg Gölter, anlässlich der Ausstellungseröffnung von ihren Begegnungen mit der liebenswürdigen Sängerin berichten. Dazu wird die ehemalige Meisterschülerin von Kammersängerin Erika Köth, Bettina Bentgens-Hardieck, die Erinnerung an ihre Lehrerin lebendig machen.

Fritz Wunderlich wurde am 26.09.1930 in Kusel geboren. Nach Studienjahren in Freiburg und einem ersten Engagement in Stuttgart wurde auch er an die Bayerische Staatsoper München – mit regelmäßigen Abstechern nach Wien und Salzburg – verpflichtet, wo er in zahlreichen Rollen glänzende Erfolge erzielte. Seine lyrische, gleichzeitig mit großer Strahlkraft ausgestattete Stimme prädestinierte ihn zum idealen Mozart-Tenor seiner Zeit. Die Bühnen der Welt standen ihm offen, als die großen Hoffnungen, die in ihn gesetzt wurden, durch einen tragischen Unfall jäh zerstört wurden. Am 17.09.1966 verstarb Fritz Wunderlich an den Unfallfolgen in Heidelberg.

In einer „Hommage“ möchten Sebastian Fuchsberger und Roland Vanecek an Fritz Wunderlich, seine Spielfreude, seine breitgefächerte Musikalität, aber auch Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit anknüpfen. Nicht zuletzt werden sie Kompositionen des jungen Fritz Wunderlich erstmals öffentlich zum Erklingen bringen.

Der Eintritt zur Ausstellung und Ausstellungseröffnung ist frei.
Mit freundlicher Unterstützung der Firma Schulz Speyer Bibliothekstechnik AG.

Zu den Künstlern:

Bettina Bentgens-Hardieck war Erika Köths Lieblingsschülerin. In Duisburg geboren studierte die Sopranistin zunächst bei Hertha Töpper an der Musikhochschule München, anschließend privat bei Erika Köth. Nach erster Bühnenerfahrung am Opernstudio der Bayerischen Staatsoper wurde sie 1985 an das Staatstheater Mainz engagiert, wo sie in Opern von Mozart bis Britten sowie in Operetten- und Musicalpartien brillierte. Seit 1991 ist sie als freischaffende Künstlerin und Lehrerin erfolgreich.

Sebastian Fuchsberger, in Salzburg geboren, beherrscht neben dem Gesang auch die Posaune und hat in namhaften Wiener Orchestern mitgewirkt. Zu seiner stilistischen Bandbreite gehört auch der Einsatz in Ensembles der Neuen Volksmusik, wie „Globalkryner“ und „Mnozil Brass“. Seit 2008 steht seine sängerische Karriere als Tenor im Vordergrund.

Roland Vanecek, ist in der Westpfalz aufgewachsen und Träger des Musikantenland-Preises. Als Tubist ist er seit 2000 am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden angestellt und unterrichtet am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Bernhard pflegt er auch seine unterhaltsame Ader – sei es im Duo „Twintett“ oder in diversen Brass Bands, wie den „Neuen Wandermusikanten“ oder „das blech“.


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