Vor zwanzig Jahren bezog die Pfälzische Landesbibliothek, die seit 2004 Teil des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz ist, den repräsentativen Neubau in der Otto-Mayer-Straße 9 in Speyer, zwischen der Deutschen Verwaltungshochschule und dem damaligen Hallenbad.
Die Pfälzische Landesbibliothek wurde 1921 gegründet und hatte ihren Sitz zunächst im Christmann'schen Anwesen in der Ludwigstraße, bevor sie 1935 in die Johannesstraße 22a in das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zigarrenfirma Wellensieck & Schalck umzog. Bereits in den 1960er Jahren war absehbar, dass ein Neubau für die stetig wachsenden Bestände notwendig werden würde. 1974 wechselte die Landesbibliothek von der Trägerschaft des Bezirksverbands der Pfalz in die des Landes Rheinland-Pfalz, die Wahrscheinlichkeit für einen Neubau stieg. 1978 wurde ein Architektenwettbewerb für ein Doppelgebäude "Landesarchiv-Landesbibliothek" ausgeschrieben, den das Architekturbüro Hauss in Hassloch gewann. 1984 begannen die Bauarbeiten für den Bauabschnitt "Landesarchiv", 1987 die für den Bauabschnitt "Landesbibliothek". Am 9. April 1990 war der Umzug von der Johannesstraße vollzogen, es öffneten sich die Türen für die Bibliotheksbenutzer in der Otto-Mayer-Straße 9.
Den Besuchern präsentiert sich die Landesbibliothek in großzügigen und hellen Räumlichkeiten mit vielen Arbeitsplätzen: ein großer, hoher und lichter Lesesaal, ein eigener Lesesaal mit Abspielplätzen für die größte öffentliche Musikbibliothek in Rheinland-Pfalz, Platz für die Auslage von über 800 aktuellen Zeitschriftenheften sowie weitere Nachschlageapparate. Ein Ausstellungsraum steht zur Verfügung, das Foyer eignet sich hervorragend für die regelmäßige Veranstaltungsarbeit zu denen neben Ausstellungseröffnungen auch Vorträge, Lesungen, Konzerte und Tage der offenen Tür zählen. Die ursprünglichen 3.000 Quadratmeter Magazinfläche reichten bereits 2003 nicht mehr aus, im März 2004 konnte die Magazinaufstockung gefeiert werden, 2008 überschritt der Bestand die Millionengrenze.
1990 zog die EDV in das bibliothekarische Arbeiten der PLB ein, die sich der Online-Katalogisierung im Südwestdeutschen Verbund anschloss. Ab 2002 wurde auch die Ausleihe auf EDV-Verbuchung umgestellt. Im Rahmen der Zusammenlegung landesbibliothekarischer Einrichtungen im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz wechselte die Pfälzische Landesbibliothek in den Verbund hbz (Hochschulbibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen) und übernahm das Bibliothekssystem Sisis Sunrise. Der Vorteil dieses Wechsels liegt auf der Hand: Der gesamte Medienbestand aller drei wissenschaftlichen Bibliotheken des LBZ kann über einen gemeinsamen Katalog online recherchiert und kostenlos ausgeliehen werden. Die Bestellungen belegen, dass dieses erweiterte Bestandsangebot für die Nutzerinnen und Nutzer eine deutliche Serviceverbesserung darstellt. So wurden 2006 fast 132.000 Medien zwischen den Standorten des LBZ bestellt; auf über 166.000 ist die Zahl der Bestellungen LBZ-intern 2009 gestiegen. 89 Jahre nach ihrer Gründung bietet die Landesbibliothek als öffentliche wissenschaftliche Bibliothek ihren Nutzern einen Gesamtbestand von über 1.040.000 Medien. Dazu zählen neben Büchern, Zeitungen, Noten, Tonträgern, Karten und ca. 4.000 laufend gehaltenen Zeitschriften auch DVDs, Hörbücher und Datenbanken.
Seit 2008 verfügt die Landesbibliothek über einen Schulungsraum mit Beamer und elf Arbeitsplätzen und kann damit den Schulen ein attraktiveres Schulungsprogramm anbieten. Auch das Kursangebot für die Volkshochschulen der Stadt Speyer und des Rhein-Pfalz-Kreises, mit denen die Landesbibliothek seit 2003 zusammenarbeitet, konnte deutlich verbessert und zielgruppenspezifisch ausgebaut werden.
Das LBZ engagiert sich zusammen mit anderen Bibliotheken bei innovativen Projekten wie beispielsweise bei der Digitalisierung. Unter dem Namen „dilibri“ ist die digitalisierte Sammlung von Werken zu und aus Rheinland-Pfalz 2008 ins Leben gerufen worden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können in „dilibri“ historische Bestände online recherchieren und direkt lesen (www.dilibri.de/). Die Pfälzische Landesbibliothek wird sich ab Frühjahr 2010 mit ihren Beständen daran beteiligen, zunächst im Rahmen eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit Werken des 16. und 17. Jahrhunderts.
Auch bei alten Schwerpunktbereichen wie der Sammlung von Pflichtexemplaren aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Pfalz sind neue Aufgabengebiete wie die Sammlung und dauerhafte Archivierung von elektronischen Pflichtexemplaren initiiert worden (www.edoweb-rlp.de).
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