Die in Lahnstein geborene Autorin Dagmar Leupold stellt am Donnerstag, den 4. Dezember 2008 um 19 Uhr ihren Roman "Grüner Engel, blaues Land" im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Koblenz vor. Der Eintritt ist frei.
Die Archäologin Sophia verdient ihr Geld mit dem Erfinden von Produktnamen für Parfums. Sie ist dabei, ihre unglückliche Liebe zu einem verheirateten Mann aufzuarbeiten. Der Historiker Johannes, seit einem traumatischen Ereignis in seiner Kindheit stumm, entwirft derweil eine Biografie des Esperanto-Erfinders Ludwig Lazarus Zamenhof. Sowohl Sophia als auch Johannes sind vom Leben enttäuscht. Als Johannes Sophia auf eine Reise nach Belgien einlädt, ist sie sichtlich überrascht, da die beiden sich bisher kaum kannten. Trotzdem geht sie auf das Angebot ein. Die Fahrt führt nach Moresnet, einem kleinen Länderdreieck zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland, das beinahe der erste Esperanto-Staat geworden wäre. Schon bald befinden sich die beiden auf einer Reise in ein neues Leben. Zögerlich nähern sie sich einander an, offenbaren ihre Lebensgeschichten und lassen sich auf die Begegnung mit Menschen ganz anderer Mentalität ein. Die heruntergekommene Ferienanlage, die Sophia und Johannes bewohnen, ist Teil eines verwahrlosten Schauplatzes einer sozialen und politischen Utopie.
Dagmar Leupold erörtert in ihrem Roman, erschienen im Verlag C.H. Beck, die Frage nach dem Anspruch auf Glück im privaten und gesellschaftlichen Bereich somit im Rahmen einer Liebesgeschichte, aber auch mittels einer sachlich-historischen, sozio-politischen Darstellung.
Zur Person: Dagmar Leupold wurde 1955 in Lahnstein geboren. Sie studierte Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaft und Klassische Philologie. Nach ihrem Staatsexamen arbeitete sie zunächst als Deutschlehrerin und Redakteurin in Florenz. Von 1985 bis 1990 war sie Stipendiatin der City University in New York und Dozentin am Queens College. 1993 promovierte sie in Vergleichender Literaturwissenschaft und nahm Lehraufträge für Komparatistik an den Universitäten München und Bamberg wahr. Dagmar Leupold lebt heute als freie Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin bei München. Für ihre literarischen Werke wurde die seit den 1980er Jahren schreibende Leupold 1994 mit dem Bayerischen Literaturförderpreis, 1995 mit dem Martha-Saalfeld-Preis und dem Förderpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie 2007 mit dem Georg-K.-Glaser-Preis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
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