Am Donnerstag, 21. Februar 2008, um 19 Uhr hält Prof. Dr. Andreas Dix (Universität Bamberg) im Landesbibliothekszentrum den Vortrag "Das Mittelrheintal: Erschließung einer Flusslandschaft vom
18. bis 20. Jahrhundert".
Unter allen Flüssen in Deutschland spielt der Rhein in der deutschen Kultur- und Kunstgeschichte die bedeutendste Rolle. In unzähligen Liedern und Geschichten wurde er so oft besungen und abgebildet, dass er im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem Synonym für die deutsche Flusslandschaft schlechthin wurde. Die Herstellung von Rheinlandschaften wurde geradezu eine Industrie, wie der Kulturhistoriker und Ethnologe Wilhelm Heinrich Riehl bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts feststellte.
Vor dem Hintergrund dieser Bemühungen stellt sich heute die Frage, welchen Zustand der Landschaft, welches Bild man hier eigentlich im Auge hat und welche anderen Aspekte dementsprechend ausgeblendet werden. Am Beispiel des Rheintales lässt sich gut belegen, dass trotz einer sehr viel längeren kulturellen Tradition eigentlich auch heute noch das Bild und die Sichtweisen, die im
19. Jahrhundert konstituiert wurden, wirksam sind.
Der Vortrag zeichnet die besondere Entwicklung des Mittelrheintales nach, von seiner "Entdeckung", seiner physischen wie visuellen Erschließung, bis hin zu seiner Herrichtung und Verbesserung im Sinne einer idealisierenden Sicht auf die Landschaft.
Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
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