Die Ausstellungen zum Landesjubiläum von Mitte Mai bis August 2007 in Koblenz, Mainz und Speyer:
Fünf sich ergänzende Teile - ein Ganzes
Die Ausstellungen zum Landesjubiläum von Mitte Mai bis August 2007 in Koblenz, Mainz und Speyer:
Fünf sich ergänzende Teile - ein Ganzes
Langsam aber sicher blüht das literarische Leben im Lande auf. Nach Jahren der Isolierung dürsten die Menschen geradezu nach freier, unzensierter Literatur. Die Autoren und Verleger kehren aus dem Exil zurück. Die Kulturpolitik der französischen Besatzungsmacht und die Bemühungen des neu gegründeten rheinland-pfälzischen Kultusministeriums legen den Grundstein für die künftige Entwicklung.
Die Ausstellung zeigt das ganze Spektrum des literarischen Lebens in der Nachkriegszeit - die Verlage, die literarisch-kulturellen Zeitschriften, die Arbeit der Vereine und Institutionen. Und nicht zuletzt die Präsenz solcher Autoren wie Stefan Andres, Fritz von Unruh, Jakob Kneip und all jener, die die Literatur der frühen Jahre prägen. Hier finden Sie den Eröffnungsvortrag von Dr. Sigfrid Gauch (pdf-Datei) sowie die vollständigen Ausstellungstexte und eine Auswahl von Exponaten im Bild:
Ziel der französischen Kulturpolitik waren die "rééducation", die Umerziehung im Sinne der Entnazifizierung, und die geistige und damit auch politische Umgestaltung Deutschlands.
Baden-Baden war Sitz der französischen Militärregierung. Die für Kultur zuständigen Abteilungen waren die "Direction d´Information" und die "Direction de l´Education Publique". Diese wurde 1948 in "Direction Générale des Affaires Culturelles" umbenannt und unter der Leitung von Felix Lusset nach Mainz verlegt. Chef des Literarischen Büros der "Direction" wurde der Schriftsteller Alfred Döblin.
Neben der Erteilung von Lizenzen für Verlage, Bücher und Zeitschriften organisierten die Franzosen Bücherspenden französischer Titel für Gemeindebüchereien, den Austausch von Fachbüchern und führten das "Dépot legal" ein, die gesetzliche Pflicht zur Hinterlegung von Neuerscheinungen.
Im "Circulaire concernant l'édition No. 580" vom 27. Oktober 1945 wurden die Buch- und Verlagsangelegenheiten in der französischen Zone geregelt: Papierzuteilung, Verleger, Druckereien, Buchhändler.
Die Lizenzvergabe für Verlage, Bücher und Zeitschriften unterlag französischer Kontrolle. Für jedes Werk, das ein Verleger neu veröffentlichen oder neu auflegen wollte, war eine "Licence d'édition" notwendig, mit der auch die Papierfreigabe verbunden war. Diese Vorzensur wurde von der "Direction de l'Education Publique" durchgeführt.
In der Folgezeit wurde die strenge Kontrolle nach und nach gelockert:
Ausstellungsstücke
In dem Maße, wie die Franzosen sich zurückzogen, gewann das 1947 entstandene Kultusministerium Gestaltungsmöglichkeiten und Kompetenzen hinzu.
Der Gesamtetat zur Förderung von Literatur betrug 1953 25.000 DM, wovon 15.000 DM als Förderbeihilfen für einzelne Künstler ausgegeben wurden, die restlichen waren für Druckkostenzuschüsse reserviert. Auch Reisekostenzuschüsse wurden gewährt.
Förderung literarischer Veranstaltungen (Beispiele)
Förderung von Literaturpreisen
Ausstellungsstücke
Die ersten Verlagslizenzen wurden in der französischen Zone im Oktober 1945 ausgegeben. Am Ende des Jahres hatten 43 Verlage in der französischen Zone eine Lizenz. 1948 gab es in Rheinland-Pfalz 93 Verlage; davon hatten erst 59 eine Lizenz erhalten.
Um französische Literatur und "gute deutsche Literatur" zu fördern, wurden 1947 von der "Direction des Affaires Culturelles et Internationales" Strukturveränderungen im deutschen Verlagswesen empfohlen.
Die zuständige Stelle in der Militärregierung sollte sich um die Niederlassung bedeutender deutscher Verlage in der französischen Zone bemühen. Für diese wurde das Zensurverfahren verkürzt. So genehmigte man z. B. Zweigstellen der Verlage Rowohlt (in Baden-Baden) und Rauch (in Bad Salzig) und bevorzugte sie bei der Papierzuteilung.
Verlag Karl Rauch
1923 in Dessau von Karl Rauch als "Kunst- und Bücherstube" gegründet. 1937 siedelte der Verlag in die Nähe von Leipzig um, kehrte jedoch 1940 wieder nach Dessau zurück, wo 1945 das Verlagshaus sowie alle Lagerbestände zerstört wurden. 1946 verlegte Karl Rauch den Firmensitz nach Jena, von wo aus 1948 der Umzug nach Boppard erfolgte. 1949 war der Verlag in Bad Salzig ansässig.
Seit 1953 befindet sich der Firmensitz in Düsseldorf.
Von Anfang an baute Karl Rauch , trotz Repressalien durch die Nationalsozialisten, ein anspruchsvolles literarisches Programm auf. Der Verlag stellte viele französische, amerikanische, englische, italienische, skandinavische und osteuropäische Autoren erstmals in Deutschland vor, darunter Albert Camus und Antoine de Saint-Exupéry.
Ausstellungsstücke:
Luchterhand
Der Steuerberater Hermann Luchterhand gründete 1924 in Berlin seinen Verlag für Recht und Steuern. Nach dem Krieg zog der Verlag nach Neuwied um und veröffentlichte zunächst Fachliteratur zum Recht- und Steuerwesen, aber auch Belletristik. 1972 wurde der Verlag geteilt. Es entstand neben dem ursprünglichen Neuwieder Verlag noch ein Luchterhand-Verlag für den literarischen und sozialwissenschaftlichen Bereich, der heute in München ansässig ist. In Neuwied wird seither ausschließlich Fachliteratur betreut.
Ausstellungsstücke:
Pandion-Verlag
Der Pandion Verlag wurde 1956 von Hermann Liewald in Bad Kreuznach gegründet. Seit 1997 leitet Ulrike Schmoll die Geschicke des Verlages. Verlagssitz ist jetzt Simmern im Hunsrück.
Programmschwerpunkt ist die Regionalliteratur, die hauptsächlich das Gebiet von Rhein, Nahe und Hunsrück umfasst - auch in der Belletristik. Zweites Hauptsegment sind heute die Regionalkrimis.
Ausstellungsstück
Die Pforte
in Boppard 1946 gegründet
Ausstellungsstück
Druiden-Verlag
1947-1958 in Oberwambach und Oberlahnstein;
Selbstverlag des Schriftstellers Karl Ramseger-Mühle
Ausstellungsstück
In der französischen Besatzungszone entstand eine Vielfalt von literarisch-kulturellen Zeitschriften, die zum größten Teil nach der Währungsreform vom Juni 1948 ihr Erscheinen einstellen mussten.
Zum großen Teil wurden sie von Franzosen herausgegeben; die Redaktionen waren meist gemischt besetzt. Die deutschen Zeitschriftengründer und -autoren waren dadurch legitimiert, dass sie entweder im Dritten Reich verfolgt wurden oder sich zur inneren Emigration gehörig fühlen konnten. Der Politik der "Rééducation" standen sie in der Regel positiv gegenüber.
Das inhaltliche Programm der Zeitschriften zeigte sich schon im Titel bzw. Untertitel: Begegnung, Aussprache, Erneuerung, Wandlung, Aufbau. Durch bessere Kenntnis des Nachbarlandes sollten Vorurteile abgebaut und der Kontakt zwischen Kulturschaffenden in Frankreich und Deutschland intensiviert werden.
Ausstellungsstücke:
Schriftstellerverbände
Der Versuch der Gründung eines Dichter-Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Oktober 1949 in Oberwesel auf der Schönburg scheiterte, da bekannte Dichter wie Stefan Andres, Jakob Kneip u.a. nicht erschienen.
Am 25. März 1950 fand die Gründungsversammlung des Mittelrheinischen Schriftstellerverbandes in Koblenz statt. Im Mai1950 wurde der Verband auf Landesebene ausgedehnt und änderte seinen Namen in Verband rheinland-pfälzischer Schriftsteller. 1952 trat er der Dachorganisation "Schutzverband Deutscher Schriftsteller" bei und hieß seitdem "Schutzverband Deutscher Schriftsteller Rheinland-Pfalz" (ab 1969 "Verband deutscher Schriftsteller Rheinland-Pfalz"). 1952 hatte der Verband ca. 80 Mitglieder.
Der Literarische Verein der Pfalz, der sich 1933 aufgelöst hatte, wurde am 8. September 1951 in Landau wiedergegründet.
Treibende Kräfte waren Dr. Rudolf Ludwig und eine Gruppe Interessierter um den Neustadter Oskar Bischoff, Herausgeber der Kulturzeitschrift "Pfalz und Pfälzer".
Ausstellungsstück
Sektion Literatur im Rheinischen Kulturinstitut
Am 9.2.1947 wurde das Rheinische Kulturinstitut in Koblenz gegründet. Erster Präsident war der Schriftsteller Jakob Kneip, der auch die Sektion für Literatur leitete. Die Erhaltung und Wiederbelebung des geistigen Erbes des Rheinlandes und die kulturelle Verständigung mit Frankreich waren die wichtigsten Ziele. Als der Sitz der Landesregierung nach Mainz verlegt wurde, zog auch das Kulturinstitut dorthin um. Am 19.1.1957 beschloss die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereines.
Ausstellungsstücke:
Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz
Am 9. Juli 1949 wurde in Worms die Akademie der Wissenschaften und der Literatur gegründet. Die Initiative hierzu ging von in den Westen übersiedelten Angehörigen der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der Preußischen Akademie der Künste aus. Alfred Döblin war Mitbegründer der Akademie. Vizepräsident 1949-1953 und bestimmte die Aktivitäten der "Klasse der Literatur" in den ersten Jahren maßgeblich.

Die Exilschriftsteller hatten es in Rheinland-Pfalz - wie auch sonst in Deutschland - nach ihrer Rückkehr schwer. Kaum jemand interessierte sich für die zwölf Jahre lang verbotene Literatur. Die Autoren der Weimarer Republik, weitgehend identisch mit den Exilschriftstellern, wurden nur wenig gelesen.
Die Schriftsteller der "inneren Emigration" knüpften an ihr Schreiben in der NS-Zeit an. Die literarische Restauration in den fünfziger Jahren zeichnete sich durch Ideologiefeindlichkeit, Rückzug aus dem Tagesgeschehen und Orientierung an überzeitlichen Werten aus. Innerlichkeit wurde Programm für die Nachkriegsliteratur.
NS-Schriftsteller, die den Prozess der Entnazifizierung hinter sich gebracht hatten, durften wieder publizieren. Nach Aufhebung des Besatzungsstatutes (1955) fanden sie erneut ein breites Leserpublikum.
Neben der Darstellung rheinland-pfälzischer Autoren, die von überregionaler bzw. internationaler Bedeutung waren, wird im Folgenden der Schwerpunkt auf Autoren im nördlichen Rheinland-Pfalz gelegt.
Elisabeth Langgässer
(d.i. E. Hoffmann; geb. 23.2.1899 in Alzey; gest. 25.7.1950 in Rheinzabern)
Langgässer gehörte zu den christlich orientierten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. 1929 zog sie nach Berlin. 1936 wurde sie als "Halbjüdin" aus der Reichschrifttumskammer ausgeschlossen und unterlag damit faktisch einem Publikationsverbot. Nach 1945 war sie eine typische Vertreterin der deutschen Nachkriegsliteratur. 1948 kehrte sie in die Pfalz (Rheinzabern) zurück. Bekannt wurde Langgässer vor allem für ihre Lyrik, ihre Erzählungen und Kurzgeschichten. 1946 veröffentlichte sie den Roman Das unauslöschliche Siegel.
Ausstellungsstück
Alfred Döblin
(geb. 10.8.1878 in Stettin; gest. 26.6.1957 in Emmendingen)
Döblin war Nervenarzt in Berlin. Seit 1910 war er aber schon schriftstellerisch tätig. Im Februar 1933 floh er vor den Nationalsozialisten zunächst nach Zürich, dann nach Paris und 1940 schließlich über Spanien und Portugal nach Kalifornien.
Er war einer der ersten Exilautoren, die nach Europa zurückkehrten. Im November 1945 begann er seinen Dienst als Literaturinspektor der französischen Militärverwaltung zunächst in Baden-Baden und ab 1948 in Mainz. Seine Aufgabe umfasste die Zensur von Manuskripten und die Vorbereitung einer literarischen Monatszeitschrift, die unter dem Namen Das goldene Tor erschien. Er war Chef des literarischen Büros der "Direction de l´ Education Publique" in Mainz und Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz. 1953 kehrte er enttäuscht über die politische Restauration der Nachkriegszeit nach Paris zurück.
Ausstellungsstück
Carl Zuckmayer
(geb. 27.12.1896 in Nackenheim/Rheinhessen, gest. 18.1.1977 in Visp/Schweiz)
Von 1924 bis 1925 hatte er zusammen mit Bertolt Brecht ein Engagement am "Deutschen Theater" in Berlin. Zuckmayers Stücke bekamen 1933 auf Grund kritischer Aussagen gegen das NS-Regime Aufführungsverbot. 1939 wanderte er über die Schweiz und Kuba in die USA aus, wo er in Hollywood als Drehbuchautor arbeitete.
Ein Jahr nach Kriegsende kehrte Zuckmayer als ziviler Kulturbeauftragter des amerikanischen Kriegsministeriums für eine fünfmonatige Inspektionsreise erstmals nach Europa zurück. Sein 1946 in Zürich uraufgeführtes Stück Des Teufels General wurde sein größter Nachkriegserfolg. 1957 übersiedelte er wieder nach Europa (Saas Fee, Schweiz) und wurde 1966 Schweizer Staatsbürger.
Ausstellungsstück
Anna Seghers
(d.i. Netty Radvanyi geb. Reiling; geb. 19.11.1900 in Mainz; gest. 1.6.1983 in Berlin/Ost)
Anna Seghers studierte in Köln und Heidelberg Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie. 1925 heiratete sie den ungarischen Soziologen Laszlo Radvanyi und zog mit ihm nach Berlin. 1928 erschien ihr erstes Buch Aufstand der Fischer von St. Barbara und sie trat der KPD bei. Ihre Bücher wurden von den Nazis verboten und verbrannt. Sie konnte über die Schweiz nach Paris fliehen.
Im März 1941 gelang Anna Seghers die Auswanderung von Marseille aus über Martinique, New York, Veracruz nach Mexiko-Stadt. 1942 erschien ihr Roman Das siebte Kreuz. 1947 kehrte sie nach West-Berlin zurück; 1950 zog sie nach Ost-Berlin. Sie war Mitglied des Weltfriedensrates und Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste. 1951 erhielt sie den Nationalpreis der DDR; 1952 bis 1978 war sie Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR.
Ausstellungsstück
Arno Schmidt
(geb. 18.1.1914 in Hamburg; gest. 3. 6.1979 in Celle)
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Arno Schmidt zunächst als Dolmetscher. 1949 erschien seine Erzählung Leviathan. Er lebte damals noch in Cordingen (Niedersachsen), wechselte aber 1950 nach Rheinland-Pfalz (Gau-Bickelheim; ab 1951 Kastel im Kreis Saarburg). Als Schmidt wegen Gotteslästerung und Verbreitung unzüchtiger Schriften angeklagt wurde, zog er 1955 aus dem katholischen Kastel in das protestantische Darmstadt, wo das Verfahren gegen ihn erwartungsgemäß eingestellt wurde. Ende November 1958 zog er schließlich nach Bargfeld in Niedersachsen. 1970 erschien sein Hauptwerk Zettels Traum.
Ausstellungsstück
10. Mai 1885 geboren in Koblenz
1887 Eintritt in die Kadettenanstalt Plön in Holstein
1904 Eintritt in das Kaiser-Franz-Garde-Grenadierregiment
1911 Uraufführung der Offiziere am Deutschen Theater in Berlin
1914 als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg
1915 Kleist-Preis für Louis Ferdinand Prinz von Preußen
1916 schwer verwundet; durch die Kriegserfahrungen Entwicklung zum Pazifisten
1918-1932 einer der Hauptvertreter des expressionistischen Dramas
1933 Flucht nach Italien, 1935 nach Frankreich
1939 Flucht über Spanien in die USA
1940 Hochzeit mit der Schauspielerin Friederike Schaffer
1948 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main
1952-1955 in Deutschland, Kritik an Restauration und Wiederbewaffnung
1955 Rückkehr in die USA
1962 endgültige Rückkehr nach Deutschland
1966 Carl-von-Ossietzky-Medaille
28. November 1970 gestorben in Diez auf dem Familiengut Oranienhof
Ausstellungsstücke
26. Juni 1906 geboren im Dröhnchen / Trittenheim
1926 Noviziat im Kapuzinerorden in Krefeld
1929-32 Studium an den Universitäten Köln, Jena, Berlin
1932 Heirat mit Dorothee Freudiger
1933 Bruder Lucifer
1935 Kündigung des Reichsenders Köln
1936 El Greco malt den Großinquisitor
1937 Moselländische Novellen
1937 ins Exil nach Italien (Positano)
1939 Der Mann von Asteri
1943 Wir sind Utopia
1947 Die Hochzeit der Feinde
1949 Rückkehr nach Deutschland (Unkel am Rhein); Rheinischer Literaturpreis
1953 Der Knabe im Brunnen
1954 Die Reise nach Portiuncula
1959 Bundesverdienstkreuz
1961 Übersiedlung nach Rom
1967-68 Große Asien- und Orientreise
29. Juni 1970 gestorben in Rom
Ausstellungsstücke
24. April 1881 geboren in Morshausen (Hunsrück)
Nach Abbruch des Theologiestudiums Studium der Philosophie, Germanistik und Neuphilologie in Bonn, London und Paris
Ab 1908 Lehrer in Wiesbaden, Hadamar und Diez
1912 Gründung des Bundes der Werkleute auf Haus Nyland
1917-1918 Dolmetscher im preußischen Kriegsministerium
1918 Barmherzigkeit; 1919 Der lebendige Gott
1921 Lehrer an der Oberrealschule in Köln
1922 Hochzeit mit Ida Karoline Sophie Neukranz
1926 Gründung des "Rheinischen Dichterbundes"
1927 Veröffentlichung des ersten Romans Hampit der Jäger
1929 Freier Schriftsteller
1941 Umzug nach Pesch (Eifel)
1946 Präsident des von ihm mitbegründeten "Rheinischen Kulturinstituts" in Koblenz
1953 Gesammelte Gedichte; 1954 Johanna
1956 Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
14. Februar 1958 gestorben in Mechernich bei einem Eisenbahnunfall
Ausstellungsstücke
Alexander Baldus
(geb. 11.7.1900 in Koblenz; gest. 20.5.1971 in Koblenz)
Alexander Baldus lebte in Koblenz und war Lyriker, Erzähler und Essayist. Er gab Anthologien skandinavischer Lyrik und Prosa heraus und übersetzte aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen. Unter den Autoren befanden sich Pär Lagerkvist und Sigrid Undset. Der weitgereiste Mann (Italien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Skandinavien und Israel) arbeitete auch als Kritiker für literarische Zeitschriften.
Ausstellungsstücke
Anton Gabele
(geb. 28.7.1890 in Buffenhofen, gest. 16.1.1967 in Koblenz)
Gabele studierte neuere Sprachen an verschiedenen Universitäten. Nach seinem Studium kam er 1913 als Mittelschullehrer nach Koblenz. 1919 wurde er Studienrat. Er schrieb vorwiegend Erzählungen. 1960 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.
Ausstellungsstücke
Willy Arndt
(Pseud.: Udito Born; geb. 18.2.1888 in Frankfurt am Mainz, gest. 26.6.1967 in Eitelborn (Westerwald)
1907 - 1911 Lehrer in Großholbach; ab 1912 Lehrer in Eitelborn.
Lyriker, Herausgeber von Anthologien. Anerkennungspreis im Literaturwettbewerb Rheinland-Pfalz 1952; Förderpreis Rheinland-Pfalz 1959.
Ausstellungsstücke
Walter Lenz
(geb. 22.9.1911 in Lüttringhausen/Westfalen, gest. 13.8.1963 in Katzenelnbogen)
Studium in Bonn, Paris, Madrid, Berlin, Hamburg. Journalist, Verfasser von Romanen und Erzählungen. Er lebte in Diez (Lahn).
Ausstellungsstücke
Wilhelm Niemeyer
(geb. 23.8.1912 in Homberg am Niederrhein, gest. 11.1.1977 in Rheinbreitbach)
Dozent an einer Pädagogischen Hochschule; Verfasser von Gedichtbänden, Erzählungen und Novellen. Er lebte in Rheinbreitbach am Rhein. Förderpreis Rheinland-Pfalz 1959; Deutscher Jugendbuchpreis 1962 und 1964.
Ausstellungsstücke
Stefan Utsch
(geb. 27.8.1896 in Brachbach / Sieg, gest. 16.12.1978 in Boppard)
Bruder von Rudolf Utsch. Er lebte in Boppard am Rhein. Seit 1929 war er freier Schriftsteller. Er schrieb Bühnenstücke, Hörspiele, Erzählungen, Novellen und Romane.
Ausstellungsstücke
Rudolf Utsch
(geb. 31.1.1903 in Brachbach / Sieg, gest. 30.11.1960 in Kirchen / Sieg)
Bruder von Stefan Utsch. Privatsekretär eines Ethnologen in Florenz. Später freier Schriftsteller in Brachbach, seit 1940 in Wuppertal. 1942 Redakteur der "Zeitung für deutsche Soldaten" in Italien (Turin). Nach der Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft hatte er bis 1948 Schreibverbot. Er lebte in Brachbach, seit 1959 in Betzdorf.
Ausstellungsstück:
Hermann (August) Weber
(geb. 19.5.1900 in Nastätten/Taunus, gest. 16.2.1979)
Er lebte in Nassau an der Lahn. Bühnenstücke, Hörspiele, Novellen, Romane, Lyrikbände. Anerkennungspreis im Literaturwettbewerb Rheinland-Pfalz 1952. Mitbegründer des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller Rheinland-Pfalz und dessen erster Vorsitzender von 1959 bis 1967.
Ausstellungsstück
Käthe Rheindorf
(geb. 6.7.1898 in Duisburg, gest. 1.7.1965 in Brühl)
Referentin im Kultusministerium Rheinland-Pfalz. Sie schrieb Gedichte und Novellen. Rheindorf lebte in der Eifel und in Mainz
Ausstellungsstück

Maria Mathi
(d.i. Maria Schmid; geb. 5.11.1889 in Hadamar bei Nassau, gest. 26.6.1961 in Heiligenberg / Baden)
Erzählerin und Übersetzerin. Sie lebte im Nassauischen, später in Friedberg (Hessen) und Heiligenberg (Baden).
Ausstellungsstücke
Hanns Maria Lux
(geb. 17.5.1900 in Trier, gest. 11.9.1967 in Koblenz)
Lux studierte Pädagogik in Bonn und Berlin. Ab 1920 arbeitete er als Lehrer in Saarbrücken. 1920 verfasste er das Saarlied (Deutsch ist die Saar). 1926 ging er an die Universität in Wusung / Shanghai. 1930 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete ab 1932 als Mittelschullehrer in Koblenz. Er war Jugendschriftsteller, Erzähler und Lyriker. Ab 1941 war Lux kommissarischer ehrenamtlicher Landesleiter der Reichschrifttumskammer für den Gau Moselland.
Jugendbuchpreis Deutscher Erzieher; Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz; Ehrenbürger von Oberwesel.
Ausstellungsstücke
Karl Ramseger-Mühle
(Pseud.: C.Moxa; Frankenfels; geb. 26.12.1900 in Fluterschen bei Altenkirchen, gest. 3.3.1961 in Oberlahnstein)
Er arbeitete lange Zeit als Müller und Bauer. 1947 bis 1952 war er freier Schriftsteller. Seit 1952 arbeitete er bei der französischen Besatzungsmacht, später beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz.
Ausstellungsstück
Leonhard Reinirkens
(geb. 7.8.1924 in Essen)
Leonhard Reinirkens lebt seit 1930 in Unkel am Rhein. Er studierte Geschichte, Germanistik und Psychologie. Seit 1946 ist er schriftstellerisch tätig. 1951 erhielt er den Literaturpreis des Landes Rheinland-Pfalz und begann als Autor für den Rundfunk zu arbeiten, später auch für das Fernsehen. Reinirkens verfasste Drehbücher für zahlreiche Fernsehreihen, Fernsehspiele und Hörfunksendungen. Er ist bis heute als Buchautor und Rezitator, vor allem der eigenen Werke, tätig.
Ausstellungsstück
Werner Helmes
(geb. 2.5.1925 in Mayen)
Helmes studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Anglistik an der Universität Mainz. 1949 wurde er Pressechef einer großen internationalen Luftverkehrsgesellschaft in Frankfurt am Main. Seit 1954 arbeitet er als freier Schriftsteller (Roman, Novelle, Essay, Hörspiel, Film). 1951 erhielt er den Anerkennungs-Preis im Literatur-Wettbewerb Rheinland-Pfalz für die Novelle Romeo und Julia sind tot; 1959 den Förderpreis des Landes Rheinland- Pfalz. Er lebt in Koblenz.
Ausstellungsstück
Wolfgang Altendorf
(geb. 23.3.1921 in Mainz; gest. 18.01.2007 in Wittlensweiler)
Prof. h.c., Lyriker, Erzähler, Dramatiker, Grafiker und Bildhauer
Nach Kriegsende zog er zunächst nach Köln, wo er die "Rheinische Zeitung" mitbegründete, später nach Bad Godesberg. 1950 Umzug nach Großlittgen in der Eifel, 1961 nach Freudenstadt-Wittlensweiler im Schwarzwald.
Hörspielpreis des Bayerischen Rundfunks 1950; Förderpreis des Kultusministeriums Rheinland-Pfalz 1952; Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volkbühne Berlin 1957.
Ausstellungsstücke