Das Blatt enthält mehrere Miniaturzeichnungen mit Motiven aus den Rheinanlagen und eine größere Darstellung der Trinkhalle. „Hier ist jeder zu dem Genusse berechtigt der allen gebührt“ . Die Widmung „Das dankbare Koblenz“ weist darauf hin, dass das Blatt Teil einer Mappe ist, die verschiedene Blätter zu Ehren Kaiser Wilhelms und Kaiserin Augustas enthält:
- Plan der Rheinanlagen zwischen dem Kurfürstlichen Schloss und dem Pionier-Übungsplatz, 1860. (Kopie)
Original im Stadtarchiv Koblenz, Signatur: StAK 623 Nr. 2242, fol. 11
Der Bau der Rheinanlagen oberhalb des Kurfürstlichen Schlosses seit 1855 ging auf eine Anregung der preußischen Königin und späteren deutschen Kaiserin Augusta zurück, die von 1850 bis 1857 in Koblenz residierte und sich danach oftmals, besonders während der Sommermonate, in der Stadt aufhielt. Eine erste Erweiterung der bestehenden Anlagen nahm man 1860 in Angriff, als sich die Stadt Koblenz gegenüber dem Oberpräsidenten vertraglich verpflichtete, die Zinsen aus einem Kapital von 4000 Talern ausschließlich für den Ausbau und Unterhalt der Rheinanlagen zwischen Schloss und Pionier-Übungsplatz zu verwenden. Die geplanten Erweiterungen zeichnete Eduard Adolf Nobiling, Leiter der Rheinstrombauverwaltung, eigenhändig mit roter Tinte in den Plan ein, der wohl die älteste bekannte kartographische Darstellung der Rheinanlagen überhaupt ist.
- Pfaffendorfer Brücke mit Victoria-Platz. Photo Theodor Creifelds. Köln, um 1866.
Leihgabe Stadtarchiv Koblenz
Links von der Pfaffendorfer Brücke ist der „Kleine Victoria-Platz“ zu sehen, ein historisch wichtiger Teil der Rheinanlagen. Die Victoria-Figur wurde von dem Berliner Bildhauer C. Rauch geschaffen. Die Grünanlage davor mit Teppich-Beeten und kleinen Bäumen ist direkt auf Lenné zurückzuführen, den Königin Augusta damit beauftragte. Im Vordergrund sieht man die Ehrensäule.
- Koblenzer Rheinanlagen, Trinkhalle. Photo Kilger 1890. (Kopie)
Original im Stadtarchiv Koblenz
Die im Schweizerhaus-Stil erbaute Trinkhalle wurde am 18.6.1861 von Königin Augusta, die den Bau initiiert hatte, eingeweiht. In der Trinkhalle schenkte man das Bad Emser Kurwasser „Emser Kränchen“ aus. An den Wochenenden fanden hier regelmäßig Konzerte statt.
- Koblenzer Rheinanlagen, Vaterland. Photo Kilger 1890 (Kopie)
Original im Stadtarchiv Koblenz
Der halbrunde Platz wurde 1863 eingerichtet. Die hier stehenden vier Frauengestalten verkörperten Kunst, Wissenschaft, Handel und Gewerbe mit den entsprechenden Emblemen.
- Koblenzer Rheinanlagen, Doppelpforte mit Blick auf Pfaffendorf. Photo Kilger 1890. (Kopie)
Original im Stadtarchiv Koblenz
Die Doppelpforte wurde vermutlich erst nach 1886 errichtet.